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Feig- oder Genitalwarzen (Condyloma acuminata) zählen zu den am weitesten verbreiteten sexuell erworbenen Krankheiten.

Der Häufigkeitsgipfel der Erkrankung liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Weltweit steigt die Zahl der Neuerkrankungen kontinuierlich an. Therapie der Wahl singulärer Kondylome ist Podophyllotoxin. In sieben randomisierten, kontrollierten Studien konnte gezeigt werden, dass die Anwendung von Podophyllotoxin die Anzahl und Befallfläche der Feigwarzen signifikant verringert und die vollständige Abheilungsrate signifikant erhöht.1

 

Lokale Glukokortikoidtherapie bei Hauterkrankungen:

Prednisolon in der topischen Anwendung: Durch die antiinflammatorische und antiproliferative Wirkung der Kortikosteroide können eine Vielzahl von dermatologischen Erkrankungen behandelt werden.2 Hauterkrankungen, die auf eine lokale Glukokortikoidtherapie ansprechen, sind z.B.: akute, subakute und chronische Ekzeme verschiedenster Art (Kontakt-, seborrhoische, Anal- und Perigenitalekzeme), Dermatitiden, Pruritus, Erythema exsudativum multiforme, Verbrühungen und Verbrennungen ersten Grades oder Sonnenbrand.3

Kalzineurininhibitoren stellen eine Alternative zur Behandlung des atopischen Ekzems dar. Liegen weder Kontraindikationen noch Nebenwirkungen vor, sind jedoch die modernen topischen Steroide nach wie vor die Substanzen der Wahl.2

 

Psoriasis vulgaris:

Die Prävalenz der Psoriasis beträgt in den westlichen Industrienationen 1,5 – 2%. Ungefähr 80% davon sind an einer Psoriasis vulgaris erkrankt. Bei über 90% der Patienten kommt es zu einem chronischen Verlauf. Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ist die Photochemotherapie in Form der kombinierten Anwendung photosensibilisierender Psoralene mit nachfolgenden Ganz- oder Teilkörperbestrahlungen unter Verwendung von UVA-Licht wissenschaftlich begründet. Die Applikation erfolgt als systemische PUVA-Therapie oral oder in Form von Bade- bzw. Creme-PUVA lokal.4

 

Skabies („Krätze“)

Symptome:
Diese ansteckende Hauterkrankung ist durch einen starken Juckreiz (vor allem nachts unter der warmen Bettdecke) und vielschichtige klinische Manifestationen (rote, juckende „Pünktchen und Wimmerl“, zum Teil schuppig-krustig) an typischen Stellen (z.B. Zwischenfingerräume, Handgelenke, Leistenregion, Ellenbogen, Umgebung der Brustwarzen, Genitalbereich, bei Kleinkindern Handflächen und Fußsohlen) gekennzeichnet.

Vorkommen und Übertragung
Die Skabies kommt weltweit vor und betrifft Personen jeden Alters. Schätzungen zufolge sind weltweit ca. 300 Millionen Menschen mit der Krätzmilbe infiziert, es liegen jedoch keine Häufigkeitszahlen für einzelne Länder vor. Diese variieren ja nach Klima, Bevölkerungsdichte, Lebensbedingungen und hygienischen Verhältnissen. Im deutschsprachigen Raum wurde in den letzten Jahren ein starker Anstieg an Skabiesfällen registriert.5,6,7

Skabies tritt eher bei Bevölkerungsgruppen auf, die auf engem Raum zusammenleben und bei denen ein direkter Haut-zu-Haut-Kontakt über ein Minimum von mehreren Minuten üblich ist (z.B. Mitglieder einer Familie oder Wohngemeinschaft, Sexualpartner, Kindergärten, Betreuungseinrichtungen für Behinderte und alte Menschen, Krankenhäuser, Gefängnisse, Obdachlosenasyle etc.).8 Indirekte Übertragung kann über gemeinsam genutzte Bettwäsche oder Kleidung vorkommen.9 Üblicherweise erfolgt keine Ansteckung bei kurzen Kontakten, wie Händeschütteln oder über unbelebte Gegenstände.5

Erreger
Die Skabies ist eine parasitäre Hauterkrankung und wird von der Krätzmilbe Sarcoptes scabiei verursacht. Weibliche Skabiesmilben werden 0,3-0,5 mm groß (mit dem menschlichen Auge gerade noch als Punkt sichtbar), männliche Milben 0,21-0,29 mm. Weibliche Krätzmilben können nach der Befruchtung die Haut durchdringen. Im Stratum corneum, der obersten Schicht der Epidermis, graben die weiblichen Krätzmilben tunnelförmige Gänge, in denen sie die Eier ablegen und Kotballen ausschieden, und bewegen sich pro Tag ca. 0,5-5 mm vorwärts.8 Aus den Eiern schlüpfen nach 2-3 Tagen Larven, die an die Hautoberfläche ausschwärmen und sich dort zu sogenannten Nymphen entwickeln, die nach ca. 2-3 Wochen zu geschlechtsreifen Milben heranreifen.5 Dies führt zu den bereits beschriebenen unangenehmen Symptomen der Skabies.

Behandlung
Die medikamentöse Skabies-Therapie kann äußerlich mittels topischer Arzneimittel in Form von Cremen, oder, in bestimmten Fällen, systemisch mit Tabletten erfolgen.  Auch eine Kombinationstherapie von topischen und systemischen Arzneimitteln ist möglich. Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird die Therapie anhand Ihrer Symptome entsprechend den derzeitigen Therapieempfehlungen für Ihre Altersgruppe individuell für Sie auswählen und den Therapieerfolg überprüfen.9,10

Zusätzlich sind allgemeine Hygienemaßnahmen zur Reinigung von Körper, Kleidern, Bettwäsche, Handtüchern und anderen Gegenständen mit längerem Körperkontakt (z.B. Stofftiere, Blutdruckmanschette etc.) zu befolgen, und die Fingernägel kurz und sauber zu halten.9,11

 

1 AWMF-Leitlinie: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/081-008_S1_Anale_Feigwarzen_08-2008_07-2012.pdf (Zugriff am: 6.11.2013).
2 Weber M & Lautenschlager S. Dermatologische Therapie: Einsatz topischer Steroide. Schweiz. Med. Forum 2006; 6: 341–348.
3 Fachinformation Kühlprednon-Salbe, GL Pharma. Jänner 2012.
4 AWMF-Leitlinie: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-001l_S3_Psoriasis_vulgaris_Therapie_01.pdf (Zugriff am: 6.11.2013).
5 Das Land Steiermark. Jahresbericht zum Steirischen Seuchenplan 2018, 16. Ausgabe. Im Auftrag der Steiermärkischen Landesregierung Abteilung 8: Gesundheit, Pflege und Wissenschaft. Hrsg. Hofrat Dr. Odo Feenstra. Graz, März 2019. Franz F Reinthaler unter Mitarbeit von Gebhard Feierl und Marianne Wassermann-Neuhold.
6 Kämmerer E. Medizinreport: Skabies. Erfahrungen aus der Praxis. Deutsches Ärzteblatt Jg 115, Heft 15, 13.04.2018.
7 Österreichische Gesellschaft für Sexually Transmitted Diseaseses und dermatologische Mikrobiologie. Skabies-Informationsblätter für Patienten. ©ÖGSTD http://www.oegstd.at/web/index.php/skabies-informationsblaetter (Zugriff am 10.01.2022)
8 Robert Koch Institut. RKI-Ratgeber Skabies (Krätze). https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Skabies.html (Zugriff am 10.01.2022)
9 Österreichische Gesellschaft für Sexually Transmitted Diseaseses und dermatologische Mikrobiologie. Skabies-Informationsblätter für Patienten. ©ÖGSTD http://www.oegstd.at/web/index.php/skabies-informationsblaetter (Zugriff am 10.01.2022)
10 Oberösterreich. Skabies – Ärzteinformationsblatt Beilage 4 – Stand März 2021
11 Aktuelle Gebrauchsinformation Ivergelann®-Tabletten.